Einleitung

Die Herkunft der chinesischen Fabeln und Sprichwörter läßt sich bis weit in die Antike zurückverfolgen. Im 21. Jahrhundert vor Christus war Chinas Urgesellschaft aufgelöst. Es begann die sechzehnhundertjährige Sklavengesellschaft. Im Jahr 770 vor Christus war der Kaiser Zhou Ping Wang unter dem inneren und äußeren Druck nach Luo Yi (heute Luo Yan in der Provinz He Nan) umgezogen und errichtete dort die Ost-Zhou-Dynastie. Den Zeitabschnitt von diesem Jahr bis zum Jahre 476 vor Christus nennt man das Chun-Qiu-Zeitalter. Mit dem Auftauchen der Eisenwaren entwickelte sich die Produktion in raschem Tempo. Die von Tag zu Tag reichwerdenden örtlichen Machthaber gehorchen endlich nicht mehr dem Kaiser. So bildeten sich viele feudale Reiche. Darunter waren Qi, Chun, Yan, Zhao, Han, Wei und Qin am größten. Die Könige dieser Reiche kämpften gegeneinander heftig. Es begann die Periode der kämpfenden Reiche. Diese Periode endete mit der Annexion der sechs Reiche durch das mächtigste Reich Qin. Darauf gründete sich das erste Feudalimperium, die kaiserliche Qin-Dynastie in China. Das war im Jahre 221 vor Christus.

Besonders im Chun-Qiu-Zeitalter und in der Periode der kämpfenden Reiche verwendeten Politiker und Gelehrte gern beim Reden Fabeln als bildhaften Ausdruck. Diese Fabeln wurden mit der Zeit zu Sprichwörtern. Typisch dafür sind die Sprichwörter "Verluste auf beiden Seiten" und "Eine Gottesanbeterin will einen Karren aufhalten". Die bildhaften Fabeln und Sprichwörter sind meistens die aufschlußreichen Fazite, die man aus alltäglichen Erlebnissen gezogen hat. Die Sprichwörter "Nach der Kerbe im Boot das Schwert im Wasser suchen", "Vergossenes Wasser läßt sich nicht zurückholen" und "Ein schöner Traum beim Hirsekochen" sind gute Metaphern dafür. Diese Fabeln und Sprichwörter finden heute immer breitere Verwendung und bereichern dadurch den sprachlichen Ausdruck.

 

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